Lightningsoul

Lastschriftwahn

Das Lastschriftverfahren sollte eigentlich dazu dienen den Verbrauchern und Anbietern von Dienstleistungen und Waren eine Zeitersparnis zu sein. Eigentlich. Denn meistens bewirkt sie das genaue Gegenteil.

Hier ein paar Beispiele, die weder frei erfunden, noch dem Autor nicht passiert sind: 

Handybestellung auf die Firma der Lebensgefährtin, doch just bei der Abbuchung wechselt diese auf ihren Mädchennamen zurück und meldet dies natürlich auch der Bank. Leider lief die Bestellung noch über den alten Namen. Die Bank gibt folglich die Lastschrift zurück (wäre ja auch zu intelligent hier vielleicht eine Übergangsfrist von 2-6 Wochen einzuhalten oder woher soll der Verbraucher wissen wann genau der eine Name nicht mehr gilt im Banksystem?). Nun bucht der Lebensgefährte die zurückgegebene Lastschrift sofort wieder auf das abbuchende Konto der Amazon GmbH (sieht man ja glücklicherweise im Onlinebanking). Leider sieht Amazon aufgrund einer hohen Zahl von Buchungen die eingehende Überweisung nicht und findet diese erst wieder als man einen Nachverfolgungsantrag bei der eigenen Bank (kostet ca. 20,- € Gebühr) geschaltet hat.

Natürlich ist nun schon das Inkassobüro eingeschaltet und fordert 80,- € extra. Für einen Betrag, der nie offen war (naja ok, ein paar Stunden vielleicht). Alle Telefonate und Briefe halfen natürlich nicht - man, also der Kunde, musste zahlen. 

Menschen nutzen Kreditkarten, doch diese buchen meist auch die ausstehende Summe am Ende des Monats per Lastschrift ab. Der Kunde weiß aber nie wann genau. Nun kann es vorkommen, dass man in einem Monat sehr viel Ausgaben über die Kreditkarte abgewickelt hat (Urlaub, größere Einkäufe etc.) und dann irgendwann am Ende des Monats die Abbuchung dieser kommt und so das Konto ins Minus rutscht. Dies wäre ja nicht weiter schlimm, wenn die liebe Bank nun die Lastschriften einfach buchen würde, weil sie ja weiß, dass das Gehalt / Einkommen in ein paar Tagen kommt. Macht sie aber nicht! Alles wird zurückgegeben, der Verbraucher wird kostenpflichtig darüber informiert und der Empfänger fordert im Schnitt 15-100,- € für die Rücklastschrift. Geniales Geldvermehrungssystem! Die eigene Kreditkartenrechnung einfach abbuchen, weil man es kann und alle anderen Buchungen zurückgeben.

Dann gibt es natürlich auch noch hartnäckige Krankenkassen. So zum Beispiel die Barmer GEK, die wie in einem anderen Artikel beschrieben, die Lastschriften immer vom 20.-26. vom Konto eines manisch geldlosen Studenten abbuchte und selbst nach mehrmaligem Auffordern es nicht schaffte diese doch erst um den ersten herum zu tätigen. Mehrere hundert Euro, die dabei draufgingen, zahlte natürlich nicht die Krankenkasse!

Für mich ist Lastschrift mittlerweile ein rotes Tuch. Auch, weil Banken einem nicht erlauben Bargeld sofort von jeder Deutschen Stadt aus einzuzahlen. Man hat also Konten in Fulda, Stuttgart, München und kann dann lediglich zusehen, wie Lastschriften zurückgebucht werden, weil Überweisungen auch erst frühestens in 24 Stunden eintreffen. Das heißt, dass man selbst bei ständiger Überwachung all seiner Konten nur die Möglichkeit besitzt sich ins Auto zu setzen und zur jeweiligen Bank zu fahren, um dort Geld persönlich einzuzahlen. Bei der Distanz der drei genannten Städte lohnt sich das in keinem Fall. 

Warum man bei der Sparkasse München nicht auf ein Konto bei der Sparkasse Fulda einzahlen kann, ist mir bis heute nicht klar. Warum Firmen wie domainfactory, die u.a. diesen Webspace bereitstellen, nur Zahlung per Lastschrift erlauben, ebenso wenig. Lieber würde ich 12 Monate im voraus per Überweisung zahlen als diese dämliche Lastschrift auch nur für einen Lolly im Monat zu verwenden.

Ich werde jedenfalls versuchen die Lastschriften auf meinen Konten so gering wie möglich zu halten und steige deshalb gerade auf ein Prepaid-Handy um. Das ist zwar in den Kosten für Telefonieren und Surfen teurer - kann sich aber bei den Kosten für zurückgegebene Lastschriften wirklich sehen lassen: 0,- € – immer.

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