Lightningsoul

Schlangestehen ist ein wirtschaftlicher Supergau

Heute war es wieder mal soweit: Ich musste mich ummelden. Also fuhr ich mit dem Rad um ca. 9:30 Uhr in die Poccistraße in München, um dem Kreisverwaltungsreferat einen Besuch abzustatten. Dort angekommen - es wurde gerade die Nummer 91 aufgerufen - zog ich am Automaten auch ein Los: 178. Erstaunt setzte ich mich, nur um kurze Zeit später festzustellen, dass es nicht so schnell vorwärts ging, wie gedacht bzw. gewünscht. Also ging ich nach draußen, holte mir erstmal eine Schachtel Zigaretten und schlug die Zeit tot. Sage und schreibe zwei Stunden später hatte ich meinen fünfminütigen Termin überstanden und war auf dem Heimweg. 

Nichtsdestotrotz fragte ich mich, ob denn das System des Lose Ziehens so sinnvoll sei. Es ist meines Erachtens nach eine ziemliche Verschwendung von Lebenszeit, Arbeitszeit und von Geld (denn Zeit ist bekanntlich Geld). Nimmt man nur mal an, dass ca. 2.000 Besucher am Tag im Schnitt zwei Stunden warten müssen, so ergibt sich daraus nach anlegen des Mindestlohnes von 8,50 Euro ein Tagessoll von 34.000 Euro (2000 * 2 * 8,50). Das sind auf die Werktage im Jahr hochgerechnet ca. 10 mio. Euro allein für das KVR in München. Deutschlandweit dürfte die Zahl bei knapp 500 mio. Euro liegen, die der Wirtschaft an Arbeitsleistung und bzw. oder den Menschen an Freizeit verloren gehen.

Dabei wäre es doch so viel einfacher: Man könnte Terminvereinbarung anbieten oder das Nummern ziehen digitalisieren. So könnte jemand morgens um 8 Uhr von zuhause eine Nummer bekommen und dann selbst abschätzen, wann er sich auf den Weg dorthin begibt. Lediglich die aktuell aufgerufene Nummer müsste online visualisiert werden - ein Kinderspiel für jeden Informatiker. 

Ein Nachteil dessen, außer geringfügiger Kosten (bestimmt keine 500 mio. Euro), mag einem dabei nicht einfallen. Es mangelt wie so oft nur am Wille etwas zu verbessern - Schade!

comments powered by Disqus